Einsatz nur in öffentlichen Kliniken
Das Swiss Surgical Team ist ausschliesslich in öffentlichen Spitälern, die allen Bevölkerungsgruppen offen stehen, tätig. Seit 1999 hat sich das Tätigkeitsfeld der Schweizer Ärzte durch die Aufnahme neuer SST-Mitglieder und durch neue Einsätze in weiteren Spitälern stetig erweitert.
Die Arbeit in den einzelnen Kliniken dient hauptsächlich der Weiter- und Fortbildung des ärztlichen Kaders. Die Schweizer Ärzte sind deshalb nicht nur im täglichen Betrieb eingebunden, sondern organisieren auch klinikinterne Fortbildungsveranstaltungen.
Das SST ist in folgenden Kliniken tätig:
Ulaanbaatar
Spital Nr. 1
Grosses, zentrales Krankenhaus in der Nähe der Health Sciences University of Mongolia
Klinik für Allgemeinchirurgie, Klinik für Urologie: einzige urologische Klinik im ganzen Land, Klinik für Kolorektale Chirurgie, Abteilung für Anästhesie. Chirurgische Intensivpflegestation (Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Genf)
Cancer Center
Krebspatienten aus dem ganzen Land werden hier behandelt.
Maternal and Child Health Research Center (MCHRC)
Kinderchirurgie und Geburtshilfe
Trauma Center
Zentrales Spital für Traumatologie und Orthopädie.
Spital Nr. 2 und Nr. 3
Fallbezogene kurzzeitige Zusammenarbeit
Regionalspitäler
Die Situation der peripheren, sogenannten Aimag-Spitäler ist desolat. Die mongolische Regierung hat deshalb beschlossen, vier bis fünf dieser Spitäler zu Regionalspitälern aufzuwerten und besser personell und materiell auszustatten. Erfolgte oder geplante Einsätze des Swiss Surgical Teams:
Seit 2006: Regionalspital Arvaikheer (Ovorkhangai Aimag)
Seit 2007: Regionalspital Khovd (Khovd Aimag)
Ab 2008: Regionalspital Darkhan (Darkhan Uul) geplant
Ärztemeeting
Das Swiss Surgical Team organisiert während ihres Einsatzes zusammen mit der Health Sciences University of Mongolia regelmässig ein dreitägiges interdisziplinäres Meeting. Am «Mongolian Surgical and Anesthesiological Meeting» können Interessenten aus allen Spitälern der Hauptstadt und der Provinzen teilnehmen. Behandelt werden Themen von allgemeinem Interesse wie auch spezifische chirurgische und anästhesiologische Themen. Dabei ist ein ganzer Tag den spezifischen Interessen und Bedürfnissen der Anästhesisten und Chirurgen aus den peripheren Spitälern gewidmet.
Telemedizin
In Zusammenarbeit mit der Universität Basel hat das Swiss Surgical Team die Internetplattform Ipath eingerichtet. Damit können Ärzte aus den Regionalspitälern mit ihren Kollegen in Ulaanbaatar Erkenntnisse austauschen und Probleme diskutieren sowie mit Schweizer Ärzten kommunizieren. Zudem sollen Lerninhalte aus der Schweiz (z.B. Vorlesungen) mongolischen Spitälern zugänglich gemacht werden.
Weiterbildung der Landärzte
Das SST führt in Zusammenarbeit mit der Health Sciences University of Mongolia und der WHO seit 2006 Weiterbildungskurse für Landärzte durch. Es verwendet dabei das von der WHO geschaffene Programm über «Emergency Essential Surgical Care». Diese Weiterbildungskurse werden von der WHO als Modell für andere Entwicklungsländer eingestuft.
Teach the teachers
Seit dem Beginn der SST-Einsätze im Jahr 1999 gehört die Weiter- und Fortbildung von Ärzten aus verschiedenen chirurgischen Fachgebieten zu den zentralen Anliegen des Swiss Surgical Teams. Es konzentriert sich dabei auf die Unterstützung der kommenden leitenden Ärztegeneration im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Mit dem Prinzip «Teach the teachers» will das Swiss Surgical Team ein Maximum an Wirkung erzielen und arbeitet deshalb auch eng mit der Health Sciences University of Mongolia zusammen. So wird die praktische Weiter- und Fortbildung am Patienten durch klinikinterne Vorlesungen und Kurse ergänzt.
Medizinische Hilfsgüter
Moderne Medizin ist auf adäquates Material und entsprechende Geräte angewiesen. Das Swiss Surgical Team bemüht sich, mongolischen Spitälern solche Ausrüstungen zur Verfügung zu stellen, da häufig die finanziellen Mittel dafür fehlen. Auch ältere und einfachere Geräte können sinnvoll eingesetzt werden: Die Schweizer Armee beispielsweise spendete, zusammen mit der DEZA, 2005 und 2006 sieben Grosscontainer mit robustem Material von bester Qualität.
Das SST ist ständig auf der Suche nach gut erhaltenen Hilfsgütern. Der Versand in die Mongolei erfolgt in der Regel im Monat März, damit der Container kurz vor der Ankunft der Ärzte in Ulaanbaatar eintrifft und das Material unter ihrer Aufsicht verteilt werden kann. Die medizinischen Geräte werden nur unter der Bedingung abgegeben, dass deren korrekte Handhabung gewährleistet ist. Das SST kontrolliert den Zustand der gelieferten Hilfsgüter während ihres Einsatzes regelmässig und reparieren diese, wenn nötig.
Was kann das SST brauchen?
Grundsätzlich alles gut erhaltene, funktionstüchtige Gebrauchs- und Verbrauchsmaterial:
Medizinische Geräte
Die dem gegenwärtigen Stand der Medizin entsprechenden Geräte müssen von einem Fachmann (Lieferfirma) überprüft und vor Ort reparierbar sein. Sie sollten möglichst wenig störungsanfällige Elektronik enthalten. Dringend benötigt werden folgende Geräte: Elektrokauter, Saugpumpen, einfache Narkosegeräte (z.B. Typ Sulla), Endoskope, Operationslampen, Operationstische, Labor- und Informatikgeräte.
Mobiliar
Gut erhaltene Betten, Transportwagen, Untersuchungsliegen, Verbandwagen, Operationstische, Instrumentiertische.
Hilfsmittel
Gehstöcke, Schienen, Rollstühle, Tragbahren.
Arbeitsmaterial
Operationsbestecke, Verbandscheren, Gipsscheren.
Verbrauchsmaterial
Chirurgisches Nahtmaterial, Verbandstoff, elastische Binden, Gipsbinden, Kunstoffgips, Desinfektionsmittel, chirurgische Handschuhe, Masken, Implantate.
Textilien
Bettwäsche, Operationskleidung, Berufskleider, Abdecktücher.
Medikamente
Keine Medikamentenmuster und abgelaufenen Produkte. Nur ausgewählte, essentielle Medikamente in grösserer Menge oder Infusionen.
Medizinische Literatur
Diese sollte nicht älter als zehn Jahre sein.
Die Liste ist unvollständig und soll nur als Hinweis dienen. Das Material darf grundsätzlich nur nach Absprache mit einem SST-Mitglied oder mit dem Teamleiter geschickt werden. Das SST erteilt gerne Auskünfte über ein allfälliges Vorgehen.
Einkauf vor Ort
Eine zweite Möglichkeit der Materialbeschaffung besteht im Kauf von Geräten und Ausrüstung in Ulaanbaatar. Dies hat den Vorteil, dass Transportkosten gespart werden können und qualitativ gute Geräte aus japanischer, koreanischer oder auch chinesischer Produktion dort sehr preiswert sind. Zudem sind, im Gegensatz zu europäischen oder amerikanischen Herstellern, diese Firmen in der Mongolei vertreten und gewährleisten einen Reparaturservice. Auch werden auf diese Weise lokale Unternehmungen unterstützt, die dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen können. Das SST ist deshalb auch dankbar für finanzielle Unterstützungen. Spenden werden über die Stiftung Jürg Ammann gerne entgegengenommen. Möchten Sie ein Spital oder eine Klinik gezielt unterstützen, so setzen Sie sich bitte mit dem SST in Verbindung.





